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Mehrsprachigkeit und sprachbezogene Emotionalität

Die ressourcenorientierte Mehrsprachigkeitsbildung in der Frühpädagogik sieht sich mit einer Reihe von Mythen, Herausforderungen und Kontroversen konfrontiert. Wenig beachtet wird dabei bisher der emotionale Aspekt von Mehrsprachigkeit.
Das hier vorgestellte Konzept der sprachbezogenen Emotionalität eröffnet einen neuen Blickwinkel, indem es die emotionalen Erfahrungen im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit in den Fokus rückt. Negative sprachbezogene Emotionen wie Angst und Scham, die häufig nur indirekt sichtbar werden, können die Entwicklung von sprachbezogenem Selbstvertrauen hemmen und (Sprach-)Bildungsprozesse beeinträchtigen. Positive sprachbezogene Gefühle hingegen sind in Verbindung mit dem Gelingen des Spracherwerbs mehrsprachiger Kinder zu sehen.
Für die pädagogische Praxis bedeutet dies, dass Fachkräfte durch eine einfühlsame Begleitung des Spracherwerbs sowie durch gezielte Beobachtungen, Gespräche, biografische Reflexionen und die Einbindung der Eltern auf sprachbezogene Gefühlszustände mehrsprachiger Kinder positiv einwirken können. Derartige Maßnahmen sind förderlich, um sowohl das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken als auch zu einem guten Mehrsprachigkeitserleben und respektvollen, kompetenzorientierten Miteinander in der Einrichtung beizutragen.